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ÖGfE | Schmidt: Österreicher bedauern Brexit, rechnen aber mit weiteren Austritten aus der EU

Umfrage: 58 Prozent bedauern Ausscheiden Großbritanniens, 8 Prozent begrüßen den Brexit

„Heute, am 31. Jänner Mitternacht mitteleuropäischer Zeit, ist es tatsächlich soweit: Mit Großbritannien verlässt zum ersten Mal ein Mitgliedsland die Europäische Union. Ein schmerzhafter, aber auch einmaliger Schritt, wenn es nach der Einschätzung der Österreicherinnen und Österreicher geht“, kommentiert ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt eine aktuelle Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE).
In der von 16. bis 23. Jänner 2020 bundesweit durchgeführten Befragung geben 58 Prozent der ÖsterreicherInnen an, dass sie das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union bedauern. 8 Prozent begrüßen diesen Schritt, 23 Prozent ist er, nach eigenen Angaben, „egal“. Ein Zehntel der Befragten gibt hierzu keine Stellungnahme ab.

Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) halten es für „eher nicht wahrscheinlich“ (42 Prozent) oder „sehr unwahrscheinlich“ (26 Prozent), dass in nächster Zeit noch weitere Mitgliedsländer die Union verlassen werden. 16 Prozent halten dies hingegen für „sehr“ (4 Prozent) oder „eher wahrscheinlich“ (12 Prozent), ein ebenso hoher Prozentsatz antwortet „weiß nicht“ oder macht keine Angabe.

„Das Brexit-Referendum von Juni 2016 wurde von manchen bereits als Startschuss für weitere Austritte aus der EU betrachtet. Das Gegenteil ist der Fall, die Zustimmung zur Union ist in den meisten Mitgliedsländern gestiegen. So auch in Österreich, wo sich aktuell drei Viertel für die EU-Mitgliedschaft aussprechen und nur acht Prozent die Union verlassen möchten“, betont Schmidt. „Auch die höhere Beteiligung an den letzten Europa-Wahlen ist ein Indiz dafür, dass die EU für ihre BürgerInnen an Relevanz gewinnt. Angesichts eines herausfordernden geopolitischen Umfelds wird sie zunehmend als sicherer Anker wahrgenommen – und das trotz vielfacher Kritik an ihrer Funktionsweise.“

Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen betrachtet die Entwicklung der zukünftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien mit Unsicherheit bzw. Skepsis. 46 Prozent rechnen damit, dass sich die Beziehungen zum Negativen entwickeln werden, von einer positiven Entwicklung gehen aktuell 14 Prozent aus. Vier von zehn Befragten können zu dieser Frage keine Einschätzung abgeben.

„Der Brexit ist eine Zäsur in der Geschichte der Europäischen Integration. Um Unsicherheit zu vermeiden, muss es nun rasch zu einer tragfähigen Vereinbarung über das künftige Verhältnis der beiden Seiten kommen, wobei die Europäische Union durchaus mit Selbstbewusstsein in die Verhandlungen gehen kann. Sie sollte den Blick vor allem nach vorne richten: das ambitionierte Arbeitsprogramm für die nächsten fünf Jahre umsetzen, die globale Stellung Europas stärken und eine intensive Bürgerdebatte über die Zukunft der Union auf den Weg bringen“, so Schmidt.

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